Die "Balaena Montalionis"

Montaione Sehenswürdigkeiten

Im Jahre 1873 teilte Carlo Major, ein Wissenschaftler am Museum für Geologie von Florenz, seinem Freund Giovanni Capellini, einem Paläontologen, seine ersten Eindrücke bezüglich eines Fossilienfundes mit, der Teil des Schädels eines großen Wales zu sein schien.

Es wurde Aufgabe des Paläontologen Giovanni Capellini, den wichtigen Fund zu untersuchen und die Entdeckung der wissenschaftlichen Welt mitzuteilen. Die Untersuchung ergab, daß es sich um den Schädelknochen eines großen Wals handelte, der zur Zeit des Pliozän gelebt hafte und zur Gattung Balaena gehörte. Da der Knochen Charakteristiken aufwies, die andere fossile Wale der Toskana nicht besaßen, schlug Capellini vor, diese Walart "Balaena montalionis" zu nennen.

Heute gehört dos Fossil zur Kollektion des Museums für Naturgeschichte, das von der Universität von Pisa in der Certosa von Calci, der wichtigsten Walsammlung Europas, eingerichtet worden ist.
Danach wurden noch andere Walskelettfossilien in der Gegend von Montaione gefunden. Ein Fund aus Castelfalfi befindet sich im kleinen Museum für Naturgeschichte von Montaione, während sich die neuesten Funde im Fachbereich für Geologie in Florenz befinden.

Tektonische Veränderungen im Pliozän sind verantwortlich für das Erscheinen der heutigen Straße von Gibraltar, die das Mittelmeer zum Atlantik hin geöffnet hat. Das Meer war warm, mit einem höheren Meeresspiegel als heute, und darin lebten unter anderem auch die Vorfahren der großen sich von Mikroplankton ernährenden Wale der Gattung Balaena, die sich heute in den kalten Gewässern der Arktis und Antarktis befinden.

Die Wale sind heute praktisch doppelt so groß wie ihre fossilisierten Artgenossen und regen wohl durch ihre riesigen Dimensionen die allgemeine Phantasie an. Sie stammen jedoch von einem fleischfressenden auf der Erde lebenden Säugetier ab, aus der Familie der Mesonichidi, das sich dann zu Anfang des Eozäns, vor etwa fünfzig Millionen Jahren, an das Leben im Wasser gewöhnt hat.

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