montaione_tuscany_history

Francesco Chiarenti

Bereits in sehr jungen Jähren ging Francesco nach Pisa, um dort Medizin zu studieren. Er fand bei seinem Onkel mütterlicherseits, dem Arzt Francesco Vacca Berlinghieri, Unterkunft, der sich um die Ausbildung des jungen Neffen kümmerte. Nachdem er sein Studium abgeschlossen hatte, übte Chiarenti den Arztberuf mit gutem Erfolg in Florenz aus.
Im Jahre 1789 veröffentlichte er dort seine Abhandlung "Delle diverse teorie riguardanti le fisiche funzioni de' nervi" (Über die verschiedenen Theorien der physischen Funktion der Nerven).

Die medizinischen Veröffentlichungen Chiarentis fanden auch außerhalb des Großherzogtums Toskana Anklang, besonders aber an der Universität von Pavia, wo der seiner Zeit bekannteste italienische Physiologe, Lazzaro Spallanzani, lehrte. 1799 gab Francesco Chiarenti den Arztberuf auf, um sich der Politik zu widmen.
Er unterstützte die franzosenfreundliche Regierung del Reinhard und mußte die Toskana nach dem 5. Juli 1799 verlassen, dem Tag an dem die Franzosen durch die Österreicher aus dem Herzogtum vertrieben wurden.

Nach einem Aufenthalt in Frankreich, über den nichts Genaues bekannt ist, kehrte er am 15. Oktober 1800 im Schlepptau der französischen Truppen des Generals Miollis in die Toskana zurück. Am 27. November desselben Jahres wurde Chiarenti Mitglied des Triumvirats, das die Toskana bis zum März des Jahres 1801 regierte; die anderen Mitglieder waren Enrico Pontelli und Giovanni De-Ghores.

Nach dem Mißerfolg des Triumvirats zog sich Francesco Chiarenti ins Privatleben nach Montaione zurück. Er interessierte sich mehr und mehr für die Praktiken der Landwirtschaft: auf seinen Ländereien erprobte er eine neue Organisation der Arbeit, neue Pflanzensorten und neue Methoden, um das Hügelland erfragreicher zu machen.

francesco_chiarenti_lapide>Immer noch 1801 wurde Chiarenti Mitglied der "Akademie de' Georgofili" von Florenz, die ihn 1819 zum Ehrenmitglied ernannte. In demselben Jahr veröffentlichte er in Pistoia seine "Osservazioni sull'agricoltura Toscana" (Beobachtungen zur Landwirtschaft in der Toskana), in denen er ausführlich über seine Experimente auf seinem Gut in Montaione berichtete.

Francesco Chiarenti starb, 62 Jahre alt, am 20. Juni 1828 in Montaione. Der Grabstein dieses großen Gelehrten und Politikers aus Montaione ist heute noch an der Hauptfassade der Kirche von San Regolo zu sehen, der Kirche in der Chiarenti begraben wurde.

[Fonte: Editoriale Tosca srl - Pubblicazione promossa dal Comune di Montaione, testo di Veronica Campinoti.]

 

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