Geschichte von Montaione

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Archäologische Funde in und um Montaione beweisen, dass es in dieser Gegend zahlreiche etruskish-römische Ansiedlungen gegeben hat. Es handelt sich hauptsäclich um antike Grabdenkmäler und Ziegelöfen. Die Fundstellen konzentrieren sich um Agiione, Bellafonte, Iano und Castelfalfi. In der Krypta der Hauskapelle für San Biagio (500 Meter von Montaione entfernt) finden sich Spuren aus frühchristlicher Zeit.

Nach den Einfällen der Barbaren baute man rings um die alten Ruinen neue Siedlungen, insbesondere an Stellen, die besonders Schutz zu bieten schienen, wie in Paterno, Marrante, Sala und in der Folgezeit im Inneren der großen Festungsanlage von Montaione die mit vielen Türmen versehen und von einem festen und soliden Mauergürtel umgeben war.

Das vorbeschriebene Gebiet gehörte einstmals zum Hoheitsbereich des Langbarden "Allone di Lucca", nach dem die Festung benannt wurde. Auf alten Karten finden wir die Bezeichnung "Mons Allonis". Später wurde der Name in Montacone umgewandelt, wie aus einer Urkunde aus dem Jahre 988 hervorgeht 1118 wurde in 2 Km Entfernung vom Florentiner Tor eine dem Hl. Regolo geweihte Pfarrkirche erbaut. Es handelt sich hierbei um ein bemerkenswertes Beispiel romanischer Architektur.

1257 wurde Montaione zu einer unabhängigen Gemeinde. In der Folgezeit war das Örtchen dann in die Kriege zwischen San Gimignano, Volterra und San Miniato verwickelt worden, geriet jedoch mehr und mehr unter die Einflusssphäre von Florenz dem es sich 1369 unterwarf, und dessen zukünftiges Schicksal es teilte. 1370 schuf sich der Marktflecken Montaione eigene Statuten.

Schon um 1200 wurde Montaione zu einem Zentrum des glasverarbeitenden Handwerks.
Noch um 1700 erging eine großherzogliche Verordnung and die Glasermeister von M., dien-besagte, dass die Kunst des Glasverarbeitens ausschließlich anderen Einwohnern des Örtchens und keinem Außenstehenden zu lehren sei. Mit der zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung des darrunterliegenden Tales, verlagerte sich die Glasherstellung in das Empoleser Umland in M. selbst ging man zu einem rein landwirtschallicht orientierten Produktionssystem über. Bis zum 2.

Weltkriege wurde nur innerhalb der Stadtmauern von M. gebaut. Vorwiegend um die 60er Jahre kam es zu neuen Bautätigkeiten auch außerhalb des Mauergürtels.

Der alte Mauerring von Montaione wurde 1944 durch deutsche Minen beschädigt, was zum Abbruch der zwei alten Haupttore und zahlreicher Türme führte. Aus dem einfachen bautechnischen Aufriss der Straßen von M., welche die Ortschaft in Form von drei senkrecht verlaufenden, parallelen Achsen durchziehen, hebt sich besonders der Prätorenpalast aus dem 14. Jh. ab. An seiner Fassade sind uns bis heute zahlreiche Wappen der ehemaligen Bürgermeister und Stadtvögte erhalten geblieben, die aus Stein und Majolika gefertigt sind. Der Stadtpalast ist heute Sitz eines Museums, in dem archäologische Fundstücke aus der Umgegend aufbewahrt werden.

Bedeutsam ist auch die Kirche des Hl. Regolo, die bis zum 13. Jh. dem Hl. Bartolommeo geweiht war. Dort befindet sich ein kostbares Gemälde. Auf goldenem Untergrund ist eine Darstellung der Madonna mit dem Kinde aus dem 13. Jh. zu sehen. Man schreibt dieses Werk der Schule von Cimabue zu.

Das historische Schloss von Montaione

Das erste Mal wurde das Schloss von Montaione in einem Dokument aus dem Jahre 981 mit dem Namen "Montacunni" erwähnt. Detailliertere Informationen liegen erst aus dem Jahre 1257 vor, als das Schloss dem Gebiet von San Miniato zugeschrieben war.

Während dieser Zeit war die Burganlage von soliden Mauern mit 11 Türmen umgeben und erinnerte mit dem mittelalterlichen Aufbau in Form von zentraler Hauptstraße, zentralem Platz, vielen Seitenstraßen und zwei Haupttoren stark an römische Siedlungen. Die beiden Haupttore "Porta Grande" oder "Fiorentina" und "Porta Piccina oder Pisana" wurden während des zweiten Weltkriegs zerstört.

Im Zentrum des Ortes - auf der heutigen "Piazza della Repubblica" - stehen die Kirche, das Rathaus und ein Glockenturm mit einer großen Uhr.
Der Glockenturm - restauriert im späten 17. Jahrhundert - und der Praetorian Palace gehen zurück in das 15. Jahrhundert, wie man anhand der Darstellung vieler Wappen der Adelsfamilien von Montaione auf den Fassaden erkennen kann.

Wenn man die Hauptstraße des historischen Zentrums entlangspaziert entdeckt man so manches Mal neben dem Eingang von Geschäften ein kleines Fenster. Dies ist ein charakteristisches Merkmal von Werkstätten im 15. Jahrhundert.
Diese Fenster wurden damals als Schaufenster genutzt oder um Licht hereinzulassen.

Einem historischen Dokument aus dem Jahre 1700 können wir entnehmen, dass die von Mauern umgebene Anlage mit den zwei Haupttoren und den 11 Türmen fast ganz zerstört wurde, einige Teilstücke davon aber zum Teil in Gebäuden wie zum Beispiel dem Palazzo Mannaioni integriert sind.